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Wédōra – Staub und Blut


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01.12.2015 13:53 Alter: 301 days

Der Autor und die Rezis

Also, manchmal...


Es gibt ja die eiserne Regel, dass man als AutorIn keine Rezis lesen sollte.
Ich tue es dennoch, um mich an den guten zu freuen und aus den schlechten für mich rauszuziehen, ob daran was stimmt.
Nun geschieht auf AMAZON gerade was bei AERA, mit dem ich gerechnet habe, seit ich schreibe: Ein Werk wird gehasst oder geliebt.
Die AERA-Hasser führen Dinge ins Feld, bei denen ich staune.
Und warum ich überhaupt drüber schreibe, ist folgendes Statement:

"Was mich aber schwer verärgert, ist der Umstand, dass Herr Heitz den schwersten Fehler eines Autors begeht. Er betrügt seine Leser. (Deshalb nur 1 Stern auch wenn ich dem Autor gerne für die Idee einen 2. Stern gegeben hätte). Nichts, aber schon gar nichts der Geschichte wird am Ende des Romans aufgelöst.
Das ist schlichtweg Betrug am Leser.
Möge der eine oder andere Gott aus dem Pantheon der Fangemeinde auch mit grollender Stimme darauf hinweisen, dass es sich um einen Fortsetzungsroman handelt, so halte ich als kleines Rezensentlein dagegen:
Bei einer guten Fantasy Reihe "Siehe Ulldart", ist jeder Roman in sich abgeschlossen und macht trotzdem Lust auf den nächsten Roman.
Doch bei AERA verzichteten die Dämonen des Verlagswesens ganz bewusst auf diesen Hinweis.
Die Götter des Mammon und der Irreführung haben uns einen Roman beschert, dem der Leser sowohl seine Zeit als auch sein Geld opfert um dafür NICHTS zu erhalten.“

„Betrug".
„NICHTS zu erhalten“.

..

.

Das sind die Moment, wo es mir echt schwer fällt, besonnen zu antworten. Ebenso, wenn mir geraten wird, „bei meinen Leisten zu bleiben“, wie ein andere Rezensent empfiehlt. Meine Leisten gehen nur mich was an - oder habe ich was falsch verstanden? :)
Betrug wäre, im Klappentext von Göttern zu reden und im Roman über Mäuse zu schreiben.
Betrug wäre, wenn das Buch jemand anderes geschrieben hätte.
Es sind 740(!) Seiten Story für 9,99 Euro. Das ist NICHTS?
Ich habe eine neue Welt gebastelt, recherchiert, Fragen aufgeworfen und Fragen beantwortet, und das ist NICHTS?
Aufgelöst wird am Ende ALLES, was die Hauptstory ausmachte, was die Gegenspielerin plante und was ihr Ansatz war, wie es sich gehört. Davon bleibt nichts (!) im Dunkeln.
Dass der Held Geheimnisse hat und sie behalten wird, ist vollkommen klar. Damit arbeiten viele Medien, vom Buch über Film, und viele andere KollegInnen, ob tot oder lebendig.
Ich muss auch nicht erklären, ob es Götter sind oder nicht. Das spielt für die Story, die ich erzähle, keine Rolle. Es kann sogar ein Traum sein, ein Computerspiel (Damit rechnet gar niemand. Ha-ha!) oder sonstwas.
Keiner fragt, woher die Drachen in der Fantasy kommen, nur so nebenbei. „Die sind halt da.“ „Die wurden von den Göttern erschaffen.“ Genau. Über die Gottheiten in AERA kann jeder sogar selbst nachlesen, woher sie kommen.

Dann folgen Hinweise, was alles „unrealistisch“ in AERA sei. In einer Welt, in der Gottheiten leben, die Wunder wirken. Unrealistisch. Den gleichen Vorwurf kann man allen phantastischen Romanen und jedem Action-Film machen, in denen Schießereien, Verfolgungsjagden etc. nicht so verlaufen, wie man vermuten könnte.
Ich kann Peitschen bauen, wie ich sie für richtig halte; ich kann Rauch gegen den Wind ziehen und Figürchen machen lassen - komischerweise störte sich bei Gandalf niemand dran. Der war ja auch ein realistischer Zauberer. Malleus ist vermutlich keiner - aber woher er die Zigarren hat, ist ja absichtlich(!) nicht erklärt. Und warum lebt ein Atheist überhaupt noch, wenn die Götter ihn eliminieren könnten? Genau, DAS sind durchaus Fragen, die nicht beantwortet werden. Für mich sind das Elemente, die es spannend machen. Das war in Ulldart übrigens auch so, da es als Serie(!) angelegt war. Die Zwerge hatten eine andere Entstehungsgeschichte.
Helden sind Helden, weil sie sich anders verhalten. In AERA weil sie primär tougher sind. Weil sie nicht nach dem Anblick eines Monsters in Ohnmacht fallen - denn dann werden sie gefressen. Manche Rezensenten hätten sich vielleicht gefreut, dann wäre das Buch zu Ende...
Es geht in AERA als eSerial nicht um Tiefenpsychologie, auch wenn der Held verschiedene „schwache“ Momente hat. Für mich wird ganz klar: Er ist nicht nur der Action-Man. Solche anderen Szenen und Elemente sind eingestreut wie in anderen actionbetonten, phantastischen Geschichten.

Und letztlich die Sache mit dem Geld: Fortsetzungen wegen des Mammons.
Ernsthaft? Du meine Güte...
Ich schreibe Dinge, Romane, Kurzgeschichten, weil sie mir Spaß machen.
Und wenn ich eine Fortsetzung plane, dann nur WEIL sie mir Spaß macht.
Ich schreibe KEINEN Roman, keine Kurzgeschichte und denke dabei, wie viel Geld ich damit und einer Fortsetzung verdienen könnte. Dann hat man als kreativer Geist schon verloren. DAS ist der größte Schwachsinn, denn man mir vorhalten kann.
Denn es gibt NIEMALS eine Garantie, dass ein Projekt funktioniert. Sonst gäbe es nur reiche Verlage, reiche AutorInnen etc..

AERA enstand als eSerial, und der Wunsch wurde seitens der Leserschaft an mich und an den Verlag herangetragen, die 1. Staffel als Buch zu erhalten.
Genau DAS haben wir getan: ein eSerial als Buch. Das ist der Umstand, mit dem manche arg zu kämpfen haben. Vorfreude prallt auf subjektive Enttäuschung. Das ist in Ordnung, und das akzeptiere ich.
Aber nicht die Punkte, die ich oben entkräftet habe: „Betrug“ und „Nichts“ geht überhaupt nicht.

Das musste öffentlich geschrieben werden, weil es sich bei Amazon auch um Öffentlichkeit handelt. :)