Willkommen zur zweiten Leseprobe

DIE LEGENDEN DER ALBAE - VERNICHTENDER HASS (Mitte August 2011)

Die Szene erklärt sich von alleine, denke ich.
Viel Vergnügen!

...

Der Argwohn, heißt es, ist der beste Schutz vor Überraschung und Tod.

Doch die Albae hatten im Laufe ihrer Existenz verlernt, argwöhnisch zu sein.

Weil sie mutige, überlegene Krieger in ihren Heeren hatten. Weil sie Vasallenvölker befehligten. Weil sie Festungen, Gräben und Mauern errichtet hatten, die

allem standhielten. Und weil sie dem Tod von Geburt an durch ihr besonderes

Wesen trotzten.

Doch es kam der Tag, an dem die Albae ihren alten Argwohn hätten brauchen können.

Denn die Vorsehung sandte ihnen einen vergessenen Feind, um sie zu prüfen.

Epokryphen der Schöpferin, Buch des Kommenden Todes, 11–19

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Ishím Voróo (Jenseitiges Land), einstiges Reich der Fflecx, 4371.Teil der Unendlichkeit (5199. Sonnenzyklus), Sommer

»Wir müssen nach links. Dort drüben habe ich noch Reste der Grenzpalisaden gesehen.« Arganaï lenkte seinen Feuerstier über den breiten Weg, der einst zur Toranlage und damit ins Reich der Fflecx geführt hatte.

Davon stand nichts mehr. Ein Brand hatte die Befestigungen vernichtet. Die bunten Farben, mit denen die Wesen das Holz bemalt hatte, waren schnell entflammt. Ein verheerender Fehler der Baumeister.

Ebenso ausgelöscht waren die gnomenhaften Wesen, die Alchemikanten.

Arganaï und seine sechs Alb starke Truppe aus Jungkriegern hatten den Auftrag, sich in der vom Benàmoi zugeteilten Region umzusehen und jegliche Veränderung des Landes erstens in einer umfassenden Beschreibung festzuhalten und zweitens genauestens zu kartografieren.

So ganz wusste Arganaï nicht, was der Benàmoi mit »jegliche Veränderung« meinte. Also achteten sie auch auf Kleinigkeiten.

Sie ritten über die verkohlten Reste der Palisaden hinweg auf den Boden des einstigen Fflecx-Reichs. Bei aller Lächerlichkeit war das kleine Volk gefürchtet gewesen. Wegen der Gifte, die es zu brauen verstand. Lange hatte es als unbesiegt gegolten, doch nun schien es vergangen, das Gros be- siegt durch den Nebeldämon und der Rest von Caphalors Hand.

Es war heiß. Die Sonne stand hoch am Himmel, und die Luft flirrte. Ein paar weißliche Flugsamen schwebten umher.

Die Stiere blieben ruhig, zeigten keinerlei Anzeichen von Erregung.

Man hatte den Jungkriegern noch keine Nachtmahre anvertraut, sie mussten sich die kostbaren Tiere erst verdienen. Aber Arganaï machte es nichts aus. Worbîn, sein Stier, hatte ihm bislang gute Dienste geleistet. Auch wenn er sich nicht schnell und elegant wie ein Nachtmahr bewegte, konnte ihn nichts aufhalten. Die langen Hörner, auf denen Eisenhüllen mit Klingen angebracht waren, räumten jegliches Hindernis aus dem Weg oder vernichteten es. Das Fell war schwarz, an der Brust und den Flanken entlang leicht rötlich, was den Anschein von Flammen erweckte. Für den Kampf geboren.

»Sieht jemand etwas Ungewöhnliches?« Arganaï langweilte sich. Schweiß tränkte sein Untergewand, die gehärtete Lederrüstung staute die Hitze zusätzlich. Wäre es nach ihm gegangen, er hätte sie abgelegt, aber wenn sie der Benàmoi ohne Panzerung erwischte, bekämen sie alle eine Abreibung. Warum muss es hier nur wie in einem Backofen sein? In der rechten Hand hielt er seine Lanze; das untere Ende steckte in der kleinen Lasche am Steigbügel, damit er sie nicht die ganze Zeit über heben musste.

Seine Albae verneinten die Frage nacheinander und ohne echten Antrieb, überhaupt etwas entdecken zu wollen – bis auf Tiláris. Sie schaute sich immer wieder um, sog die Luft ein, reckte sich im Sattel.

»Was ist?« Arganaï nahm den Wasserschlauch, öffnete ihn und benetzte sich die Stirn. Auch wenn das Nass darin wärmer als er selbst war, konnte er so wenigstens den Schweiß wegspülen. Er freute sich auf den Abend und ein Bad.

»Merkt ihr es nicht?« Tiláris machte ein angespanntes Gesicht. »Es gibt keine Insekten.«

»Es wird ihnen zu heiß sein«, brummte Zirlarnor und lenkte seinen Feuerstier in den Schutz eines Baumes, um denherum das vertrocknete Laub lag, sodass lediglich der Stamm Schatten spendete. »Ich verstehe die Bienen.«

Arganaï sah sich um. Er konnte weder eine Fliege noch einen Käfer entdecken, weder am Boden noch in der Luft. Bei den Infamen! »Zirlarnor, schreib das auf. Sie hat recht, es ist ungewöhnlich.« Er gab Anweisung, dass die Truppe ausschwärmen sollte. »Sucht Insekten oder andere Tiere.«

Das zähe Nachforschen begann.

Jede Bewegung verursachte einen weiteren Schweißausbruch, und so vermieden die Albae zu viel Anstrengung. Die Nachmittagshitze wurde nicht weniger, und sie machte den Stieren gleichermaßen zu schaffen.

Arganaï hatte seinen Wasserschlauch bald geleert und blickte sich nach einer Quelle um. Da sie sich in der Nähe eines Grenzpostens befanden, musste es sicherlich irgendwo Wasser geben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Fflecx ihre Trinkvorräte in Amphoren angelegt haben.

Sein Feuerstier schnaufte tief und drehte den Kopf so schnell zur Seite, dass die langen, mit eisernen und geschliffenen Spit- zen versehenen Hörner dabei ein Surren erzeugten.

»Hast du etwas entdeckt?« Arganaï lenkte das Tier durch blattloses Strauchwerk, das eher an Herbst als an Sommer ge- mahnte, und stand nach wenigen Schritten am Rand einer Quelle. Das Wasser war jedoch pechschwarz und stank brackig.

Angeekelt verzog der Alb das Gesicht. »Das ist nichts für uns«, murmelte er und wollte seinen Stier wenden – als er sah, wie sich ein wolfsähnliches Tier aus dem verdorrten Gras erhob. Es knurrte ihn an und kroch zum Wasser, trank davon, würgte und verkrampfte sich, aber es hörte nicht auf, die schwarze Flüssigkeit in sich aufzunehmen.

»Ein Sotgrîn.« Arganaï fand das Verhalten befremdlich. Er muss krank sein.

Der Blick der tückischen schwarzen Augen des Raubtiers richtete sich abrupt auf ihn, dann auf den Feuerstier. Wie Tinte rann das schwarze Wasser von den Lefzen und tropfte ins Gras. Ein dunkles Grollen entstieg der Kehle, der kräftige Körper spannte sich zum Angriff.

»Ah, da möchte jemand unser Fleisch kosten.« Arganaï klopfte dem Stier auf den breiten Nacken. »Obacht, Worbîn. Gleich hat die Langeweile ein Ende.«

Der Sotgrîn spurtete los, drückte sich ab und warf sich mit einem lauten Knurren gegen sie.

Arganaï lenkte seinen Stier durch leichten Schenkeldruck. Eine knappe Bewegung, und der Bulle versetzte dem heranfliegenden Raubtier einen Stoß von oben mit einem Horn und schmetterte es hart auf den Boden. Als der Sotgrîn benommen aufstand und wieder mit weit geöffnetem Rachen angreifen wollte, sorgte Arganaï dafür, dass ihm sein Stier mit einer blitzschnellen Kopfdrehung eines seiner Hörner unterhalb des Halses in den Leib bohrte. Röchelnd, jaulend hing der Sotgrîn über dem Boden, zappelte aufgespießt, während das Blut dunkelrot über sein Fell sprudelte.

»Fein getan, Worbîn.« Der Alb hatte sich nicht einmal viel bewegt, sondern war entspannt im Sattel sitzen geblieben. Neugierig betrachtete er den Todeskampf des leidenden Räubers, dessen Widerstand mehr und mehr erlahmte; schließlich hing er tot am Horn des Bullen, an dem sein Lebenssaft hinabrann.

Arganaï fand, dass das Blut an die brackige Brühe im Tümpel erinnerte. Er lehnte sich nach vorn und roch. »Tatsächlich«, murmelte er überrascht. Das Fell sah nicht aus, als hätte sich der Sotgrîn zuvor in der großen Lache gesuhlt, also konnte der Geruch daher nicht rühren. Das muss dringend notiert werden. »Zirlarnor!«, rief er. »Ich habe etwas entdeckt. Nimm dir Papier und ...«

Der Sotgrîn riss die Augen auf, und er grollte angriffslustig, obwohl er nach wie vor auf dem Horn stak! Er strampelte, um sich zu befreien, was ihm allerdings nicht gelang.

»Bei den Infamen!«, stieß Arganaï überrascht hervor. »Hast mich glauben machen wollen, du wärst tot?« Er hob den Speer und rammte ihn der Kreatur quer durch den Leib.

Doch der Sotgrîn gebärdete sich daraufhin noch wütender, schnappte nach dem Schaft und verbiss sich daran!

»Was ist denn ...?«

Mit einem hörbaren Ratschen riss das Fleisch am Hals des Sotgrîn, und er landete auf seinen vier Pfoten, während aus dem klaffenden Loch der Rest seines Blutes schoss. Ohne lange zu überlegen, griff er erneut an.

Wie ist das möglich? Arganaï hatte den Spieß bereits wieder auf den Sotgrîn gerichtet und stach auf das Tier ein, doch die Wunden störten es anscheinend nicht. Im Gegenteil, es wurde rasend und schnappte nach den Beinen des Bullen.

Der Stier passte jedoch auf und entzog sich den scharfen Zähnen, auch wenn er dabei wild springen musste, was wie- derum Arganaï in Bedrängnis brachte. Der Sotgrîn war nicht aufzuhalten – bis ihm die Speerspitze durch das linke Ohr und auf der anderen Seite wieder aus dem Kopf getrieben wurde.

Augenblicklich wich sämtliche Kraft aus ihm, und er fiel regungslos nieder und rührte sich nicht mehr.

Noch einmal gelingt dir das nicht. Arganaï pinnte die Kreatur mit dem Speer am Boden fest, bevor er sich von Worbîns Rücken schwang. Er zog sein Schwert und ging vorsichtig auf den Sotgrîn zu, weil er mit einem weiteren Angriff rechnete. Der Feuerstier senkte derweil drohend den Kopf, um mit seinen beiden langen, metallverstärkten Hörnern wenn nötig eingreifen zu können.

»He«, machte Arganaï und versetzte dem Sotgrîn einen Tritt. »Welches Geheimnis ...« Dann sah er zum Tümpel. »Du hast von diesem Wasser gesoffen! Sollte es dich dazu befähigt haben, die ganzen Verletzungen zu überstehen?« Sicher ist sicher. Ein harter Hieb trennte den Schädel des Raubtiers vom Hals, und das letzte bisschen Blut quoll aus dem Stumpf. »Zirlarnor? Wo steckst du? Ich habe eine Entdeckung gemacht, mit der wir die Gunst der Unauslöschlichen gewinnen werden. Wir müssen nur den Benàmoi umgehen, damit er das Lob nicht für sich selbst einstreichen kann.«

Arganaï begab sich erneut an den Rand des Tümpels. Der Gestank erschien ihm noch furchtbarer als zuvor. Wo norma- lerweise Fliegen kreisten, war nichts. Kein Insekt summte über dem fauligen Wasser, und auch darin war kein Leben.

Er ging auf die Knie, beugte sich dicht über die Oberfläche und stützte sich dabei auf sein Schwert. Was ist das für ein verfluchtes Zeug? Reste vom Gift der Alchemikanten?

Sein gespiegeltes Antlitz wirkte unheimlich. Die schwarzen Augen schienen sich immer weiter auszubreiten und seine Züge zu verschlucken, bis der Kopf nur noch aus Dunkelheit bestand. Arganaï jagten Schauder über den Rücken. Die Sommerhitze konnte nicht verhindern, dass ihn ein eisiges Gefühl durchlief, je länger er sich im Wasser betrachtete; gleichzeitig fiel es ihm schwer, den Blick zu lösen. Der Tümpel schuf unter der Oberfläche seinen düsteren, grausamen Bruder.

Derart abgelenkt, bemerkte Arganaï zu spät, dass der Rand des Pfuhls unter ihm nachgab, Zufall oder nicht.

Die Klinge fuhr in den weichen Untergrund, und mit dem Gesicht voran fiel er in das schwarze Wasser. Er schaffte es gerade noch, die Lippen fest aufeinanderzupressen, damit er nichts davon schluckte.

Arganaï tauchte in die Schwärze, sie war warm und ölig weich. Seine Waffe hatte er verloren. Er ruderte mit den Armen, um nach oben zurückzukehren, aber nach wenigen Zügen hatte er den Eindruck, nur noch tiefer in den Tümpel zu versinken.

So groß kann er doch nicht sein! Er tastete um sich und glaubte plötzlich, von Fingern oder Ähnlichem berührt zu werden! Nein! Was ist das für ein ...

Die Luft ging ihm aus, und Kopflosigkeit drohte ihn zu übermannen. Wieder griff und trat er um sich – und durch- brach endlich die Oberfläche.

Das Sonnenlicht blendete ihn, und niemals war er glücklicher darüber gewesen. Mit einem lauten Ächzen schöpfte er Atem und wälzte sich aus dem Loch ins trockene, raschelnde Gras. Braune und schwarze Halme blieben an ihm kleben.

»Ihr Infamen«, schnaufte er und rollte sich auf den Rücken. Seine Brust hob und senkte sich schnell, Angst saß ihm in den Gebeinen und brachte sie zum Zittern. Das ist kein vergessenes Werk der Fflecx. Welche unheilvolle Macht ruht in diesem Tümpel? Schnell zog er die Beine an, damit die Stiefel nicht in der flüssigen Schwärze verharrten und ihn die Krallen doch noch packten.

Einbildung! Er hob den Kopf und sah zum Pfuhl, der nicht mal zwei Schritte im Durchmesser maß. Und darin soll ich beinahe ertrunken sein?

»Zirlarnor, verflucht!«, rief er wütend in den Himmel. »Wo steckt ihr? Ich wäre beinahe ...« Arganaï stockte. Er nahm durch den Gestank des Brackwassers den Geruch von rohem Fleisch und frischem Blut wahr. Was hat das wieder zu bedeuten? Er wandte sich um, mit der Linken zog er den unterarmlangen Dolch aus der Beinhalterung.

Sein Feuerstier war verschwunden – stattdessen lagen dessen Gedärme im niedergedrückten, blutigen Gras! Dane- ben sah Arganaï ein abgebrochenes Horn in der Erde stecken.

Er schluckte. Worbîn war ein erprobter Bulle, hatte andere Stiere besiegt und sich in kleinen Scharmützeln bewährt. Nichts konnte ihn innerhalb so kurzer Zeit besiegen, geschweige

denn aufschlitzen und davonschleppen. Welcher Fluch liegt auf diesem Land?

Der Sotgrîn lag an der Stelle, an der ihm der Alb den Kopf abgeschlagen hatte.

Arganaï erhob sich, den Dolch mit der Klinge nach unten haltend. Er wankte vorbei an den Gedärmen des Stiers und folgte der breiten Schleifspur aus Blut, die durch das Dickicht führte. Vom trockenen Laub troff das Rot und benetzte ihn wie warmer Regen.

Der Alb bewegte sich lautlos vorwärts, angespannt und achtsam. Die Aussicht, auf ein Raubtier zu stoßen, das einen aus- gewachsenen Feuerstier töten und davonschleifen konnte wie einen Sack Federn, erfreute ihn nicht sonderlich. Und er hatte nicht einmal mehr ein Schwert.

Die Schneise führte ihn zu der Stelle, wo er seine Truppe zurückgelassen hatte.

Arganaï trat aus dem Buschwerk, und seine schwarzen Augen weiteten sich: Das Gras war ebenso niedergetrampelt wie am Pfuhl, Blut haftete am kahlen Baum, am Laub auf der Erde, als wäre es aus Kannen versprüht worden. Albae-Blut!

Keine Geräusche, kein Hinweis auf seine Begleiter.

Sein Herz pochte schmerzhaft hart in seiner Brust. Auch wenn er es sich nicht eingestehen wollte, aber Arganaï fühlte zum ersten Mal in seinem Leben richtige Angst. Grausame Angst. Dieses Gefühl wollte ihn zur Flucht verleiten und ihn dazu bringen, seine Leute zurückzulassen, um mit heiler Haut davonzukommen. Vor was auch immer.

Ich darf nicht! Was soll ich dem Benàmoi sagen, wenn er wissen will, was uns widerfahren ist? Arganaïs Gedanken überschlugen sich. Hatte der Tümpel damit zu tun? War eine Kreatur dar- aus emporgestiegen, die sie heimgesucht hatte?

Er schluckte und schlich vorwärts, weil er eine weitere Schneise gesehen hatte. Der Boden war übersät mit Abdrücken, die er nicht deuten konnte. Hufspuren, tiefe Rillen, die sich mit Lebenssaft füllten. Und er entdeckte auch Stückchen von Albae-Rüstungen, Metallsplitter von geborstenen Waffen, eine braune Haarsträhne ... Trotz der Zeichen der Vernichtung und des Todes herrschte Stille. Vollkommene Ruhe.

Wieder befiel Arganaï Furcht, dieses Mal noch stärker als zuvor.

Mitten in der Bewegung hielt er inne und setzte den Stiefel nicht nach vorn auf, sondern nach hinten. Er trat den Rückzug an, langsam und lautlos, damit die Kreatur, die Feuerstiere und Albae zerlegte, als wären sie Spielzeuge, nicht auf ihn aufmerk- sam wurde.

Ich allein richte nichts aus. Der Alb wandte sich um und lief, so schnell er es vermochte. Ich muss dem Benàmoi Bescheid geben. Sollen sie mich doch für einen Feigling halten!

Arganaï rannte und rannte.

Er gönnte sich keine Rast, hielt nur zum Trinken an und entledigte sich sogar seiner störenden Lederrüstung. Es spielt keine Rolle mehr, wie ich ankomme. Das Wichtigste ist, dass ich es überhaupt schaffe.

Zwischendurch dachte Arganaï, er würde verfolgt. Doch stets, wenn er den Kopf wandte, um nach hinten zu sehen, ent- deckte er nichts und niemanden. Er schob es auf die Aufregung, die ihm diesen Streich spielte.

Ohne seinen Worbîn benötigte er trotz Dauerlaufs bis zum Abendrot, um den vereinbarten Sammelpunkt am Sehnenpass zu erreichen. Jedes Glied schmerzte ihm, er bekam kaum noch Luft. Mit rasselndem Atem gelangte er auf die Kuppe, von der aus man einen guten Überblick hatte. Er sah Phinoïn, seinen Befehlshaber, der an einem Felsbrocken lehnte.

Arganaï wankte auf ihn zu. Erleichterung durchflutete ihn. »Phinoïn!«, rief er schwach und näherte sich ihm. »Ich ... Im Nordwesten, beim Grenzposten der Fflecx ...«

Der Schock beim Anblick seines Benàmoi ließ ihn verstummen.

Jemand hatte Phinoïn mit Eisenbolzen an den Schultern, der Brust, dem seitlichen Hals samt der Rüstung durchbohrt und derart im Stein verankert, dass es den Anschein erweckte, als würde er geduldig der Rückkehr seiner Späher harren. Die Panzerung hatte Dellen bekommen, mit solcher Wucht war das Metall durch ihn getrieben worden. Sein Blut hatte um die Füße eine Lache gebildet.

Plötzlich richtete der vermeintliche Tote den Blick auf ihn. »Lauf ...!«, stöhnte er leise. »Du musst Dsôn vor ihnen warnen! Wenn es dir nicht gelingt ...«

Violettfarbenes Licht fiel auf Phinoïns Antlitz, dessen Ursprung hinter dem Späher lag. Der Benàmoi riss die Augen weit auf, öffnete den Mund zu einem lauten, markerschütternden Schrei.

Was ...? Arganaï wollte sich umdrehen und dabei zur Seite hechten – da erhielt er in der Bewegung einen Schlag gegen den Rücken, der ihn bäuchlings auf den Felsen schleuderte. Der heftige Aufprall raubte ihm das Bewusstsein.


was das wohl ist, was den Albae zugesetzt hat, was mit Arganaï geschieht und was die Unbekannten beabsichtigen, diese Frage wird im Buch nachzulesen sein... Bald sogar! :o)

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