TA.K.C. 3000
- Taktischer Kybernetischer Computer 3000 -
I.
Seattle, Redmond Barrens, 21. 07. 2057 AD; 7.25 Uhr.
"Ich hoffe, du hast diesmal die Nuyen zusammen, sonst reiße ich
dir so viel Cyberdrek aus deinem dürren Elfenkörper bis die Finanzen
stimmen", drohte Doktor E.R. und fuchtelte mit einem Laserskalpell vor
dem Gesicht seines Kunden hin und her. Dann tauchte er nach links außerhalb
des Gesichtsfeldes des Metamenschen und kramte lautstark in seinen medizinischen
Geräten.
Sparkplug grinste, beobachtete den Straßendoktor mit den grau melierten
Haaren und der altmodischen Nickelbrille bei den Vorbereitungen.
"Da wirst du nicht viel Glück haben, Doc." Er ließ die
Beine rechts und links von der Liege baumeln, auf der er es sich bequem gemacht
hatte. "Ich habe eigentlich nicht viel von diesem Zeug in mir. Jedenfalls
nichts Teueres. Außerdem bekommst du schon die alte Fahrzeugsteuereinrichtung."
Der Rigger atmete tief ein. "Ah, ich liebe den Geruch von Putzmittel,
Formaldehyd und Desinfektionsmitteln. Es hat so was", er zögerte
kurz, "Unwiderstehliches."
Der Straßendoktor hob die Augenbrauen, die Brille rutschte ein wenig
nach vorne und hing gefährlich wankend auf der Nasenspitze.
"Unwiderstehlich? Junge, ich glaube du hast einen mächtigen Kabelbrand
in deinem Encephalon gehabt. Was, bitte schön, findest du daran unwiderstehlich?"
Er widmete sich einem elektronischen Beatmungsgerät, das er mit einem
Knopfdruck aktivierte und eine Selbstdiagnose durchführen ließ.
"Das Gefühl, kotzen zu müssen", lachte der Elf und richtete
sich auf. "Lieber rieche ich ranziges Motorenöl als das hier."
Er nahm ein metallisch funkelndes Werkzeug vom Stahltablett, das seitlich
neben dem Tisch stand, und hielt es prüfend unter das Licht. "Was
ist das denn?"
Der Mediziner fuhr herum, kniff die Augen zusammen und schnappte danach.
"Finger weg, Sparkplug! Das ist eine Klammer. Drek, jetzt kann ich sie
wieder sterilisieren. Das nächste Mal bringe ich meinen Wagen in deine
Garage, und dann fingere ich deinen Krempel die ganze Zeit an, während
du den Motor reparierst." Er warf die Klammer achtlos in ein Becken mit
grünlicher Flüssigkeit. "Schauen wir mal, was der Herr Homo
sapiens nobilis alles in seinem hübschen Metamenschenkörper trägt.
Du kannst den Oberkörper schon mal freimachen, wir fangen gleich an."
Der Elf streifte sich die Jeansjacke, den Pullover und das kugelsichere T-Shirt
herunter, während er den Blick durch den Raum schweifen ließ.
Die Praxis am Anfang der Redmond Barrens war wie immer perfekt aufgeräumt.
Keine Kabel hingen unordentlich durch die Gegend, keine Blutspritzer klebten
an den Wänden, der Boden präsentierte sich im wahrsten Sinne des
Wortes klinisch rein.
Sorgsam angeordnet lagen die chirurgischen Werkzeuge auf den Stahltabletts,
Computeranschlüsse ragten griffbereit aus den Halterungen, und über
allem hing dieser gewisse, beruhigende Glanz von Sauberkeit.
Die Gesamtheit dieser Eindrücke sprachen für Doc E.R., bei dem Sparkplug
seit einem Jahr ein guter Kunde war. Hier könnte man glatt picknicken.'
Sein Schieber hatte ihn auf den Mediziner aufmerksam gemacht, der im Gegensatz
zu den meisten anderen in den Barrens keinen Liefervertrag mit einer Körperbank
oder einem Versuchslabor abschließen wollte- das wirkte für den
Rigger irgendwie vertrauenerweckend.
Außerdem war er noch nie in seiner ganzen Schattenläuferkarriere
einem so handwerklich begabten Chirurgen begegnet, der dabei ganz auf Talentsoftware
verzichtete.
Das einzige, was sich der Mann erlaubt hatte, waren ein paar Cyberaugen mit
speziellen Einstellungen und Vergrößerungsoptionen, die Operationen
erleichterten, sowie eine Datenbuchse, über die er alle Daten seine Patienten
während des Eingriffes kontrollierte.
Sparkplug hatte den Mediziner schon unendlich oft zu überreden versucht,
endlich die überflüssige Brille abzulegen, aber die Gewohnheit wollte
der gerüchteumwitterte Mann nicht aufgeben.
Angeblich, so erzählte man sich auf der Straße, hatte sich Doc
E.R. mit einem großen Tier aus der Kybernetikabteilung von Fuchi angelegt
und danach auf seltsame Weise seine Approbation verloren.
Anfangs, das wusste der Rigger noch sehr gut, wirkte der kleine, schlaksige
Mann etwas hilflos in den Barrens, aber er gewöhnte sich recht schnell
an das Leben zwischen allen Fronten, und seine Stadtsprache klang inzwischen
fast, als hätte er schon immer hier gelebt. Sein Ruf bei den anderen
Schattenläufern war erstklassig.
"Die Haare müssen noch ab, oder?" Der Elf kratzte sich am Kopf
und fuhr sich durch die ohnehin kurzen Reste. "Dabei waren sie gerade
doch schön nachgewachsen."
Die Tür des OP öffnete sich und Schwester Tiara kam herein.
"Aha, der verrückte Elf ist wieder da", begrüßte
sie ihn, "hätte ich das gewusst, wäre ich heute nach Downtown
gefahren." Die hochgewachsene Arzthelferin mit den tiefblauen Augen und
den schwarzen Haaren lächelte. "Schön, dich zu sehen."
"Die Freude ist ganz auf meiner Seite, Tiara." Er deutete einen
Handkuss an.
"Du schaust zuviel von diesem Rittertriddrek, den sie nachts senden",
grummelte Doc E.R.. "Und du, hör auf den Typen zu verwöhnen,
und mach ihm eine Glatze. Der Strom scheint gerade regelmäßig zu
sein, also die besten Voraussetzungen für den Eingriff."
"Ich hoffe, du weißt, wie die Jungs dich auf der Straße nennen,
oder?" fragte der Rigger unschuldig, während ihm die Frau den Kopf
einschäumte und die Haarsträhnen mit dem Rasierer abschnitt.
Der Doc schloss Kabel der unterschiedlichsten Geräte zusammen, schaltete
nach und nach Monitore hinzu, bis der ganze OP voller piepsender und pfeifender
Bildschirme war.
"Ich vermute mal Genie oder Virtuose. Oder vielleicht sogar Halbgott?"
Er stöpselte sich ein und checkte die Anzeigen.
"Nein. Doc Deb." Sparkplug zog einen Stecker heraus, worauf ein
ohrenbetäubendes Heulen einsetzte. "Das ist die Abkürzung für
Debrifilator." Die Schwester kicherte.
"Sehr komisch." Der Mediziner entfernte den Anschluss, zog die Latexhandschuhe
an und pellte eine Kanüle aus der sterilen Verpackung.
Elegant und fast ohne spürbares Pieksen setzte er dem Elf die dicke Nadel
in den Unterarm, befestigte den Infusionsschlauch und schloss einen Beutel
mit klarer Flüssigkeit an das hintere Kanülenende an.
"Ich werde es richtig genießen, wenn du gleich einschläfst.
Und jetzt gib der Schwester deinen Credstab, damit sie mir die Kohle abbucht."
"Vor der OP?" Sparkplug wollte aufbegehren. Tiara entfernte die
Rasierschaumüberbleibsel und besprühte die Kopfhaut mit Desinfektionsmittel.
"Fragg, das brennt! Was ist das? Salzsäure?!" Der Rigger kramte
den Stab aus der Tasche und reichte ihn der Frau.
"Keine Angst. Es ist wirklich nur ein Routineeingriff. Tja, mal sehen."
Der Doc schaute über die Schulter Tiaras auf den elektronischen Prüfer.
"Da sind 60.000 Nuyen drauf, für deine Steuereinrichtung gebe ich
dir", er wackelte mit den Fingern, "sagen wir 8.000 Nuyen. Das neue
Spielzeug kostet dich aber, inklusive Betreuung durch mich und Schwester Tiara,
rund 100.000 Nuyen. Da bleibt aber eine ganz schöne Differenz, Sparkplug."
Der Elf seufzte. "Also, gut. Mach mir einen Vorschlag, Doc."
Die Frau befestigte Überwachungsdioden an seinem weißen, dünnen
Körper. Die Monitore zeigten kurz darauf seine Vitalwerte.
"Als dein Arzt muss ich dir sagen, dass mit der neuen Steuereinrichtung
die Solidität deines Nervensystems, praktisch der komplette Einklang
von Körper und Geist ziemlich gefährdet wird, wenn ich mir deine
Implantatesammlung so ansehe." E.R. hielt dem Rigger seine Akte unter
die Nase. "Du hast ein Smartlink der Stufe 2, Cyberaugen und eine Funkanlage,
dass du von hier bis nach Alaska telefonieren könntest. Was ich damit
sagen will: Bei der nächsten Steuereinrichtung muss ich dir einiges aus
dem Kopf reißen, sonst bist du zum letzten Mal Auto gefahren, Chummer.
Nur damit du das weißt." Er drückte den Rigger auf den OP-Tisch
und zog eine Spritze auf. "Aber du hast Glück, ich mache demnächst
ein verdammt gutes Geschäft mit einem Sararimann. Mein Vorschlag ist:
Ich räume dir einen Kredit ein, obwohl ich mir vorgenommen hatte, so
etwas bei einem Schattenläufer nie wieder zu tun. Die meisten leben nicht
lange genug, um mich nachträglich zu bezahlen, aber bei dir mache ich
der Freundschaft wegen eine Ausnahme." Der Doc setzte die Spritze an
den seitlichen Infusionseingang und drückte die Flüssigkeit langsam
in den Kanal. "Und wegen des lebenslänglichen Chauffeurdienstes,
den du mir eingestehen wirst."
"Sagen wir, ein Jahr freie Fahrt und kostenloser Fahrzeugcheck bei meiner
Lieblingsmechanikerin, einverstanden?" feilschte Sparkplug schläfrig.
"Ich hoffe, Twing weiß das?" Der Doc grinste. "Einverstanden.
Und nun: Süße Träume, Chummer."
Der Elf sah noch das Lächeln von Tiara, dann dämmerte er dank der
Betäubungsmittel ein.
*
Sparkplug erwachte langsam aus der Narkose, und das Geräusch, das er
trotz seiner benebelten Sinnen hörte, ließ ihm das Blut in den
Adern gefrieren: Der Kardialmonitor, der seine Lebenszeichen kontrollierte,
produzierte einen langgezogenen Warnton.
"Hoy, Doc", rief der Elf schwach. Aus seiner linken Hand löste
sich etwas und klirrte zu Boden. "Ich glaube, ich sterbe gerade. Tu was!"
Sein Kopf schmerzte fürchterlich und sein viel zu schneller Puls rauschte
unverschämt laut in seinen Gehörgängen. Die künstlichen
Augen verweigerten jeden Dienst und lieferten nur Schwärze an das Gehirn.
Das Pfeifen, das seinen Tod verkündete, blieb.
Den Tod hätte ich mir irgendwie anders vorgestellt.' Sparkplug
beschloss, ruhig liegen zu bleiben und auf Hilfe zu warten, während er
in Gedanken die Höhepunkte seines Lebens durchging.
Die Glanzlichter seines Daseins waren jedoch schnell vorübergezogen,
nach knappen dreißig Sekunden fühlte er sich nicht wesentlich anders,
obwohl das Gerät immer noch Herzstillstand verkündete. Was
für Mist ist das denn?'
"Frag, Doc", versuchte er sein Glück erneut. "Die Maschine
hier ist im Eimer und geht mir tierisch auf die Nerven. Ich bin nicht tot."
Im Raum blieb alles still.
Der Rigger kam immer mehr zu der Ansicht, dass irgend etwas nicht stimmte.
Doc E.R. war ein Pedant, und wenn einem seiner Patienten das Ableben drohte,
dann pflegte er nicht im Warteraum zu sitzen und Kaffee zu trinken. Er
wird am Ende nicht doch einen Vertrag mit einer Körperbank abgeschlossen
haben? Oder vielleicht ein Wake-up- Joke des medizinischen Meisters?'
"Ich habe keine Lust mehr", nörgelte er nach einer Weile halblaut.
"Ich bezahle eine Menge Creds für guten Service, und dazu gehört
mit Sicherheit nicht dieser Dauertest für Trommelfelle."
Er sah immer noch nichts, und das dumpfe, schmerzhafte Gefühl dort, wo
normalerweise sein Kopf war, verstärkte sich. Offensichtlich ließ
die Wirkung der Schmerz hemmenden Mittel nach.
Dafür meldete sich kurzfristig die Narkose zurück, und der Elf versank
in einen Halbschlaf, aus dem er nach einer unbestimmten Zeit erwachte, stürmisch
begrüßt von dem immer noch jaulenden Kardialmonitor.
Jetzt habe ich die Schnauze aber voll.' Sparkplug tastete nach den Kabeln
und riss daran.
Seitlich neben ihm knirschte es, dann kippte etwas dröhnend zu Boden,
das Pfeifen verstummte kläglich. Selber schuld.'
Vorsichtig fuhr er mit den Händen seine Liege entlang und stellte verwundert
fest, dass er immer noch auf dem OP-Tisch lag.
Spätestens jetzt wusste der Rigger, dass etwas total schief gelaufen
war. Normalerweise kam der Patient im Aufwachraum zu sich.
Er konzentrierte sich auf die Geräusche der Umgebung, aber es war alles
still.
Prüfend sog er die Luft ein und glaubte den Hauch von einem ihm unbekannten
Aftershave zu riechen. Seit wann stinkt es im OP nach Rasierwasser?'
Er versuchte, sich so vorsichtig wie möglich aufzusetzen.
Der dumpfe Schmerz, der sich anstelle seines Gehirns auf seinen Schultern
befand, wurde zu einem heißen Lavastrom, der seine Magma durch alle
Zellen seines Körpers gleichzeitig jagte.
Sparkplug schrie auf, sank zurück, verlor dabei das Gleichgewicht und
fiel seitlich vom Tisch.
Zu seiner Überraschung landete er jedoch einigermaßen weich, trotzdem
blieb er einige Minuten benommen liegen, und er spürte, wie ihm Blut
aus der Nase lief.
Allmählich registrierte er mit seinen immer noch halbverschlafenen Sinnen,
dass er auf einem Menschen aufgekommen war. Mit zitternden Händen tastete
er den Liegenden ab.
"Doc! Drek, was machst du auf dem Boden? Ist alles in Ordnung? Wäre
echt toll, wenn du mich untersuchen würdest, ich fühle mich wirklich
schlecht."
Warme, klebrige Feuchtigkeit breitete sich unter seinen Fingern aus, die aus
dem Oberkörper des Mediziners zu kommen schien. Oh, glänzend.'
Sparkplug suchte vergebens den Puls des Doc, griff dafür aber in eine
klaffende Wunde am Hals. Links daneben, knapp neben dem Kopf des Mannes, fand
er die zertretene Nickelbrille und ein blutiges Skalpell.
Keuchend fuhr der Rigger zurück und zog sich unter Aufbietung all seiner
Kräfte hoch. ""Drek! Oh, verfraggter Drek! Ich hole Tiara,
Doc. Vielleicht kann sie noch was tun. Verreck mir bloß nicht, hörst
du?!"
Blind taumelte er gegen ein Schränkchen und warf es um, klirrend verteilte
sich der Inhalt über den Boden des OP.
"Keine Panik, keine Panik", murmelte er und rief sich den Operationssaal
ins Gedächtnis.
Langsam, seinem Zeitverständnis nach viel zu langsam, arbeitete er sich
bis zur Tür vor, die zur Hälfte offen stand. Am Boden lag ein Hindernis,
über das der Elf stolperte.
Oh, nein. Bitte nicht.' Als er sich danach bückte, wurden seine
schlimmsten Vermutungen allerdings bestätigt. Tiara lag tot auf der Schwelle,
auch aus ihrem Körper lief aus Dutzenden von Stellen Blut.
Frag, was bedeutet das denn alles?' Sparkplug lehnte sich gegen den
Rahmen und rutschte kraftlos auf die Fliesen, und wenn ihm schon nicht schwarz
vor Augen wurde, denn die elektronischen Augen lieferten immer noch kein Bild
von seiner Umgebung, so spürte er doch eine drohende Ohnmacht. Was nicht
verwunderlich nach dem Eingriff war.
Schniefend zog er das Blut aus seiner Nase hoch, metallisch schmeckend rann
die Flüssigkeit seine Kehle hinab.
Er versuchte das eingebaute Comlink zu aktivieren, doch auch von dort bekam
er keine Meldung, lediglich der Traumadämpfer sprang an und linderte
den gewaltigen Schmerz ein wenig, sodass das Denken einigermaßen störungsfrei
funktionierte. Die physische Schwäche machte ihm jedoch gehörig
zu schaffen.
Na, prima. Ich sehe nichts, ich kann keine Hilfe rufen und ich bin drekschwach
auf den Beinen.' Er wischte sich das Rot unter der Nase weg, und außerdem
läuft mein Gehirn aus, wenn das so weitergeht.'
Sparkplug atmete tief ein und aus und probierte, seinen Kreislauf einigermaßen
auf Touren zu bekommen.
Wenn ich mich richtig entsinne, hatte Doc E.R. neben dem Tresor mit
den teueren Medikamente einen Panikschalter anbringen lassen. Mit dem werde
ich es versuchen.'
Mühsam rappelte er sich auf, schwankte blind durch den OP und kam nach
einigen Irrwegen und etlichen Verschnaufpausen tatsächlich bei dem tonnenschweren
Stahlschrank an. Der seitlich angebrachte Plastikkopf, der die "Heulboje"
auslöste, war bereits versenkt worden.
In dem Moment hörte er draußen die ersten Sirenen.
Ihr kommt wohl ein bisschen spät, Chummers.' Er hockte sich auf
irgend etwas, was sein Gewicht aushielt, und ließ die Geschehnisse Revue
passieren.
Zu den Sirenen des DocWagon gesellte sich das hektische Jaulen von LoneStar.
Schlagartig wurde Sparkplug wach.
"Drek, die werden denken, ich hätte E.R. gegeekt", fluchte
er und erinnerte sich dunkel an den Gegenstand, den er nach dem Aufwachen
in der linken Hand gehalten und verloren hatte.
In seinem Zustand jetzt nach dem Skalpell zu suchen, war reine Verschwendung.
Er wusste nicht mal mehr genau, wo er es ertastet hatte. Neben dem Doc?
Oder war es neben Tiara?'
Den Gedanken, dass er ihn und die Schwester eventuell wirklich umgebracht
hatte, ignorierte er. Mir will jemand etwas anhängen, und darauf
habe ich überhaupt keine Lust.'
Er wankte zur Tür, stakste über die Tote und taumelte den Korridor
entlang zum Hinterausgang, wo er seinen GMC Bulldog geparkt hatte.
Der Rigger verschwendete kostbare Sekunden, bis er endlich die zigarettenschachtelgroße
Abdeckung neben der Fahrertür entfernt und den richtigen Code in das
Zahlenschloss eingegeben hatte.
In der Zwischenzeit kamen die Sirenen und Motorengeräusche immer näher.
Mit letzter Kraft warf er sich auf den Sitz und startete den Autopiloten.
"Nach Hause, Cynthia", sagte er, "fahre die Programmierung
01166 ab. Die Stars sind vermutlich hinter uns her."
"Wie Ihr wünscht, Mylord", bestätigte die weibliche Computerstimme.
Der GMC setzte sich mit quietschenden Reifen in Bewegung.
Der gepanzerte Wagen rammte etwas Mittelschweres, dann klang es, als ob es
gegen die hintere Tür hagelte.
Cynthia kurvte in den Gassen entlang, um die Polizisten abzuschütteln,
das Sirenengeheul wurde schwächer und schwächer bis es schließlich
ganz verstummte.
"Wir haben sie abgehängt, Mylord", meldete der Autopilot, aber
Sparkplug war ohnmächtig.