Die Idee... zur Trilogie in sechs Bänden, die bald acht haben wird.

 

Der Entstehungshintergrund

Nach etlichen Kurzgeschichten sollte etwas entstehen, was über die Dimensionen von 20 DinA4-Seiten hinausging. Ich wollte herausfinden, ob ich das Geschehen eines ganzen Buchs im Griff haben konnte. Die Idee zu einem Roman mit ähnlicher Handlung nahm im Juli 1997 als Entwurf auf anderthalb DinA4 Seiten Gestalt an. Ohne Titel, ohne Namen. Lediglich eine grobe Gliederung entstand.

Als erfahrener Rollenspieler (ca. 14 Jahre) wollte ich nicht einfach nur einen Roman schreiben, dessen Personen und Länder, ihre Besonderheiten und Eigenarten ad hoc von mir ausgedacht wurden. Also musste noch eine entsprechende Hintergrundwelt ins Leben gerufen werden, bevor ich die Ereignisse ins Rollen brachte.

Dann ruhten die Arbeiten vorerst. Die Absicht, ein Buch zu publizieren, war nicht gegeben. Nichts und niemand drängte, zumal es noch ganz nebenbei ein Studium und meine Tätigkeit als Lokal-Journalist zu managen gab.

Im Urlaub 1998, in Piriac-sūr-Mer (Süd-Bretagne und sehr empfehlenswert!), nahm ich die Sache wieder in Angriff. Ich wollte, wie schon erwähnt, die Handlung in meiner eigenen Welt geschehen lassen. Dass man bei einem möglichen Rollenspiel sofort in die Welt eintauchen könnte. Dass man in der Lage war, Plätze und Orte zu besuchen, die man aus dem Roman kennt. Ich machte mich innerhalb der nächsten Woche in Piriac daran, den Kontinent Ulldart zu entwerfen, mit all seinen Ländern, Menschen und Mentalitäten, Herrschaftsformen, einer Zeittafel mit einer 440-jährigen Historie.

Meine Vorliebe für Russland spielte eine Rolle, als es um die Entstehung des Königreiches Tarpol ging, daher die Anlehnung bei Bezeichnungen sowie Namen von Orten und Personen. Im Süden der Bretagne mit kurzen Hosen und T-Shirt auf dem Campingplatz neben einem Wohnmobil zu sitzen, im Schatten eines Baumes Rotwein zu schlürfen und dabei an Geschehnissen in den eisigen Weiten eines an Russland orientierten Reiches zu feilen, ist ein netter, durchaus fruchtbarer Kontrast.

Natürlich findet sich die Umgebung in einem speziellen Königreich, "Ilfaris", wieder. Das Loire-Tal, das wir vorher bereisten, mit seinen Schlösschen und Burgen, die ganze Landschaft sowie das kulinarische Angebot dort und in der Bretagne, dieser Gesamteindruck floss in die Gestaltung mit ein. Der fröhliche Genusskönig "Perdór", der im 2. Band auftauchen wird, entstand auf diesem Hintergrund.

Zurück aus dem Urlaub, machte ich mich per PC an die Zusammenfassung der Entwürfe und an die Fertigstellung des ersten Bandes, was nach allen Überarbeitungen im Januar 1999 geschafft war. Originaltitel: "Die lauernde Gefahr". Ich bemerkte, dass das Material für einen zweiten Band taugte, splittete das Geschehen. Aber zuerst wollte ich die Resonanz abwarten. Die Geschichte kursierte, wie etliche Kurzgeschichten zuvor, in alter Tradition in meinen Bekanntenkreis, und eine Fortsetzung wurde gefordert. Gleichzeitig bestärkten mich meine Freunde, ich sollte die Story doch an einen Verlag schicken.

Das kam zu dem Zeitpunkt für mich nicht in Frage.

In den folgenden Monaten wurde die Welt weiter ausgebaut und verfeinert Und auch im Jahr 1999 rollte das Wohnmobil wieder in Richtung Piriac-sūr-mer, der zweite Band wurde geplottet, nach der Rückkehr per PC festgehämmert, geschliffen, überarbeitet und Anfang 2000 in den Freundeskreis gereicht. Wieder wurde eine Fortsetzung verlangt. Ich legte die Story auf drei Bände an.

Dann fasste ich Mut und sandte den ersten Band ein - er wurde abgelehnt. Anfragen bei anderen Verlagen wurden erst gar nicht beantwortet. Der zuständige Lektor, Ralf Reiter (inbrünstige Huldigung an dieser Stelle), setzte sich daraufhin unermüdlich ein. Ich hatte derweil wirklich um ein Haar den Glauben an meine Schreiberei verloren, als ich die Einladung des Heyne-Verlags zur Buchmesse in Frankfurt im Jahr 2000 erhielt. Nach einem Gespräch mit Frau Friedel Wahren stand die Sache fest: Es sollte eine sechsteilige Serie werden, dem Geschehen nach wiederum in zwei Trilogien geteilt. Der nächste Band entstand sehr rasch. Der Plot und die Geschichte, das spürte ich beim Schreiben, gaben mehr her als nur drei Bände, wie ich es ursprünglich vorgesehen hatte. Band vier entstand innerhalb von zwei Monaten, Band fünf und sechs nahmen jeweils drei Monate in Anspruch. Sie wurden in einem Buch zusammengefasst. Neben dem Journalistendasein. Was mir brennende Augen und Sehnenscheidenentzündungen und Übergewicht einbrachte. Man muss eben Opfer bringen.

JETZT hat sich mit dem Wechsel der Recht an den Piper Verlag einiges geändert. Ulldart bekommt sechs Bände, wie es immer schon geplant gewesen war. Weiterhin sind zwei Nachfolgebände vom Verlag bestellt worden. So kann's gehen....

Der Roman-Hintergrund

In meinen bescheidenen vier Wänden stapeln sich die selbstverfassten Abenteuer für DSA und zahlreiche andere Rollenspiele, bis hin zu Science Fiction und Cyberpunk-Systemen, wie Shadowrun, oder in der Gegenwart angelegte Rollenspiele. Meine "Einstiegsdroge" ins Rollenspiel hieß vor vielen, vielen Jahren "Das Schwarze Auge" (1. Ausgabe, mit "Meistermaske"!!!), und verständlicherweise blieb mein Grundinteresse immer der Sparte "Fantasy" verhaftet. Aber in meiner Welt wollte ich keine klassischen Zwerge und Elfen. Es sollte anders angelegt sein. Ich hatte die Vorstellung des 17. und 18. Jahrhunderts vor Augen.

Als Ausgangsbasis legte ich eine Situation fest, in der auf dem Kontinent Ulldart alles in geregelten Bahnen verläuft: Auseinandersetzungen zwischen Königreichen werden durch spezielle Einheiten nach festen Regeln ausgetragen, Kriege im großen Stil sind unbekannt, Magie existiert nur bei einer bestimmten Rasse, und diese hat keine andere Aufgabe, als zu heilen. Die Reiche haben sich auf einen 1000-jährigen Friedensvertrag geeinigt. Alles könnte ohne Gefahr andauern.

Wenn es diese eine unglückselige, verstümmelte Prophezeiung nicht gäbe, dass im Falle des Todes des Prinzen von Tarpol die sogenannte "Dunkle Zeit" zurückkehrt. Nun wird alles unternommen, diesen Jungen vor Gefahren zu beschützen, denn es gibt durchaus Strömungen, die der "Dunklen Zeit" positiv gegenüberstehen. Und plötzlich steht die Frage im Raum, ob es heißt "im Falle des Todes des Prinzen" oder "wenn der Tod des Prinzen nicht eintritt"... Was zunächst als relativ einfacher Handlungsstrang beginnt, wird im Laufe der Serie mit relevanten Nebenschauplätzen und Charakteren ausgebaut....

Es ging mir nicht darum, etwas absolut Neues zu erfinden, was auch ziemlich schwierig sein dürfte, mal abgesehen von meiner Hintergrundwelt. Die Handlung sollte frisch und unterhaltsam sein, bekannte Motive werden dabei aufgegriffen und in neuer Form verworben. Das Motiv des dicken, jugendlichen Versagers, der nach und nach heranreift und alles versucht, um bestehendes Unrecht abzuschaffen und Gerechtigkeit zu erschaffen. Das Motiv des schuldlos Schuldigwerdens, weil sich die Hauptfigur irgendwann wegen des äußeren Drucks nicht mehr zu helfen weiß und nach dem Dunklen greift, ihn andere regelrecht in die Arme des Bösen treiben. Das Motiv des Bösen, das einmal in brachialer Gestalt, ein anderes Mal mit perfekter Freundlichkeit und gewissenloser Hinterlist auftritt. Und es werden Charaktere gebracht, die unterschiedlicher nicht sein können. Das beginnt bei einem Seeräuber und klassischen Ordensritter, der wie alle Seinesgleichen als reicher Exzentriker angesehen wird, und endet bei Geistlichen unterschiedlicher Glaubensrichtungen sowie einer Rasse, die sich nachträglich auf diesem Kontinent angesiedelt hat und nach wie vor geheimnisumwittert ist. Das ganze wird gewürzt mit Liebe, Verrat, Unheimlichem und tragischen Konstellationen, wie es sich gehört. Ein Cocktail mit bekannten Zutaten, aber einem besonderen, aromareichen und vielschichtigen Geschmackserlebnis, um es anders auszudrücken