Die Nachbarn Ulldarts

Das Wissen über die Länder, Inseln und Kontinente um Ulldart herum basiert auf den Seefahrten der Palestaner und Agarsiener, die schon lange nicht mehr Kontore in dem Ausmaß auswärts unterhalten wie einst. In vielen Fällen erwies sich die Distanz zu den Handelspartnern als größter Feind. Nach unzähligen Schiffbrüchen und ruinösen Unternehmungen, konzentrierten sich die Seehändler auf Ulldart selbst. Lediglich zu Kalisstron hielt man relativ intensive Beziehungen aufrecht.

Im Westen liegt Kalisstron, das der Legende nach von Kalisstra, der Bleichen Göttin, geschaffen wurde. Es existieren Stadtstaaten mit riesigen Landausläufern, ungefähr vergleichbar mit Grafschaften.

Eine Einteilung in Unfreie und Freie ist ihnen ebenso unbekannt wie das Königtum. Jede Stadt ist frei, zieht auf unterschiedlichen Bemessungsgrundlagen Steuern ein, um damit die Ausrüstung der Milizionäre zu finanzieren.

Die Kalisstri der Ostküste haben sich in Städtebünden organisiert, die durchaus untereinander Krieg führen. Die Kampfkraft stützt sich dabei auf die Miliz. Alle männlichen Einwohner zwischen 16 und 50 Jahren werden zur Miliz der Städte einberufen. Die Stadt stellt die Ausrüstung und führt regelmäßige Übungen durch. Professionelle Heere und Söldner gibt es nicht. Daneben sind die Zusammenschlüsse in Dorfgemeinschaften und Jagdgemeinschaften keine Seltenheit. Nur gemeinsam übersteht man die harten Winter. Gehandelt wird in erster Linie mit Pelzen und Fischereiprodukten sowie Kräutersud (Njoss).

Als einer der Hauptfeinde wird nach wie vor Rogogard angesehen, weil die Seefahrer in der Vergangenheit durch ihre Plünderfahrten zu viel Leid brachten. Die andere Gruppierung sind die Lijoki, die einheimischen Freibeuter. Deshalb wurden entlang der Küste überall Feuertürme aufgestellt, um die Städte rechtzeitig durch Signale vor einem Angriff zu warnen.

Einen hohen Stellenwert hat das Geschichtenerzählen. Man versammelt sich bei Njoss und lässt sich die Zeit der langen Wintermonate durch Geschichtenerzähler vertreiben. Solche Erzähler besitzen mitunter sehr großes Ansehen. Alkohol ist den Kalisstri bekannt, wird aber abgelehnt.

Den Cerêlern kommt auf Kalisstron eine besondere Bedeutung zu, immerhin gilt die Bleiche Göttin als ihre Patronin. Dadurch sind sie meist in höheren Positionen innerhalb der Stadtstaaten zu finden, sehr oft fungieren sie als Bürgermeister. Die Heilungsgabe wird jedem zur Verfügung gestellt, der sie benötigt.

Lautes Lachen gilt als ungehörig. Normalerweise wird geschmunzelt, gelächelt oder leise gelacht. Schreien wird ebenfalls im normalen Alltag nicht gerne gesehen, gilt als absolut unhöflich und als Zeichen fehlender Kultur. Die Jüngeren grüßen die Älteren immer zuerst, begegnen ihnen mit größter Achtung. Einmal im Jahr findet ein rauschendes Fest zu Ehren Kalisstras statt, bei der Ausgelassenheit Vorschrift ist. Ein Tag lang wird richtig laut gelacht, geschrieen und gerufen. Heilige Tiere sind der Kalisstra- Gamur, (ein Raubfisch), die Weißrobbe und der Schwarzwolf.

Im Süden befindet sich das Kaiserreich Angor, der Legende nach geschaffen von Angor, dem Gott der Ehrenhaftigkeit und des Kampfes.

Das geringe Wissen beschränkt sich auf die Nordküste des Kontinents. Weder zu Wasser noch zu Lande drangen Palestaner oder Agarsiener weiter vor, in erster Linie wegen den unmenschlichen Temperaturen, die im Süden herrschen.

Angor ist etwas mehr als zweimal so groß wie Ulldart und wird beherrscht von Kaiser Ibassi Che Nars'anamm. Sein dritter Sohn, Lubshá Nars'anamm ist als Kind bereits mit Alana II., Regentin von Tersion, verheiratet worden. Ein Großteil der Bewohner, die sogenannten Angorjaner, hat eine schwarze Hautpigmentierung, wobei die Abstufungen von tiefstem Schwarz bis zu Hellbraun reichen, je nach der Gegend, aus der man stammt.

Über die Sitten und Gebräuche ist wenig bekannt. Gehandelt wird mit Sand, besonderem Marmor und Salz, dazu kommen exotische Gewürze und Sklaven. Sicher ist, dass das Kaiserreich über eine recht schlagkräftige Armee und einen nicht unbedeutenden Reichtum verfügt. Der Kaiser teilte das Reich in Verwaltungsdistrikte auf, die seine 34 Söhne in seinem Namen beherrschen. Große Unsicherheit besteht darüber, wer im Falle des Todes des betagten Monarchen den Thron erbt.

Im nordwestlichen Bereich Angors liegt das Inselreich Tarvin, von dem noch weniger bekannt ist. Kaufleute erzählen sich, dass die Schiffe der Tarviner für das Kaiserreich "exklusive" Leibeigenen und andere "Kuriositäten" aus der ganzen Welt herbeischaffen.