Das Königreich (?) KENSUSTRIA

Es ist das südlichste aller Reiche und nicht von ulldartischen Ureinwohnern gegründet worden, sagt die Legende.

Woher die Menschen kommen, weiß keiner so recht. Auf alle Fälle landeten sie 66 n.S., so sagen die häufig gefälschten Urkunden von Ilfaris, an der ilfaritischen Küste und kauften dem König den unfruchtbaren, von Sümpfen durchsetzten Teil des Landes ab. Kurz darauf begannen die Fremden, Deiche zu bauen, das Land Stück für Stück zu vergrößern, die Sümpfe trockenzulegen und die Kreaturen vor die Wahl zu stellen: "Entweder ihr benehmt euch und dürft bei uns bleiben. Oder ihr sterbt hier und jetzt." Eine große Zahl entschied sich für das friedliche Zusammenleben, die Mehrheit jedoch wurde von der äußerst effektiven kensustrianischen Kriegsmaschinerie hinweggefegt.

Dass es aber Verbindungen zu einem anderen Kontinent geben muss, lässt sich an den rätselhaften, riesigen Schiffen erkennen, die fünfmal im Jahr übers Meer kommen und in der Hauptstadt Kensustria anlegen. Noch nie gelang es, eines der Schiffe zum Halten zu bewegen oder sogar zu kapern. Unvorsichtige Piratenschiffe wurden mit seltsamen, fliegenden Feuerbällen, deren Flammen Wasser nicht löschen kann, versenkt, ohne dass sie auf  Distanz für die eigenen Katapulte gekommen waren. Agarsienischen und palestanischen Freibeutern, die das Seehandelsmonopol gegenüber den Fremden durchsetzen wollten, erging es nicht anders. Nicht ein einziges Mal hat ein Ulldarter einen Fuß auf die Planken Galeeren setzen können. Der kensustrianische Führer entschuldigte sich für die Vorfälle bei Palestan und Agarsien, machte aber deutlich, dass sie auf ihr Seefahrtsrecht bestehen und dass die Schiffe immer kommen werden.

Organisiert sind Kensustrianer in einem Kastensystem, das zwischenzeitlich durch einen Kriegerputsch umgestellt wurde. An der Spitze stehen die Krieger, dann folgen die Priester, Gelehrten und Handwerker, danach die Bauern. Zum Schluss kommen die Unfreien. Jede Kaste unterscheidet sich durch ihre Rechte und durch ihr äußeres Erscheinungsbild, oftmals schon durch die Statur der Kastenangehörigen.

Kensustria besitzt die geschicktesten Schmiede, Waffenschmiede und Erfinder, wenn es um Kriegsgeräte, Baumaschinen oder andere technische Entwicklungen geht. Auch die Astronomie, Mathematik, Geometrie und vieles mehr sind weit entwickelt. Die Menschen benutzen Gegenstände, deren Sinn manchen Ulldartern im Unklaren bleibt. Seltsam anzuschauen sind auch die Waffen, mit denen die kensustrianische Kriegerkaste umgeht. Die Krieger sind die effektivsten auf Ulldart, stehen damit in Konkurrenz zu den K'Tar Tur.

Alle Kensustrianer haben ausgeprägte Gesichtszüge, manche würden kantig sagen, beige-sandfarbene Haut, goldene Augen und dunkelgrüne Haare, je nach Kaste in unterschiedlicher Länge, und seltsamerweise äußerst scharfe Zähne. Manche Eckzähne sind länger und spitzer, weshalb sie von den Menschen im Norden als Vampire angesehen und gemieden werden. Fremde sind in Kensustria inzwischen wieder gerne gesehen, wenn sie sich an die entsprechenden Gesetze halten, Mischehen und die Ansiedlung anderer Ulldarter sind erlaubt.

Kensustrianische Zweikämpfer versprechen durch ihr abenteuerliches Kriegsgerät zum einen einen hohen Unterhaltungswert, zum anderen sind sie wirkungsvoll und müssen im Gegensatz zu den K'Tar Tur ohne schlechten Leumund auskommen.

Die Menschen aus den nördlichen Gebieten stehen den Kensustrianern misstrauisch, wenn nicht sogar feindselig gegenüber, weil sie in ihnen eine Art Vampir sehen. Eine Version vom Aufstieg der Kensustrianern besagt, dass es  Mischwesen aus Sumpfkreaturen, Blutsaugern und Menschen sind. Ihr Wissen hätten sie von den Bewohnern  anderer Kontinente, die sie ausgesaugten und vernichtet hätten.