Das Königreich PALESTAN
Es teilt sich mit Agarsien den
Anspruch auf das Seehandelsmonopol und hat deshalb schon mehr als einen Krieg
mit dem Nachbarland geführt.
Palestan verfügt über die besten Seekarten und robustesten Ein-
und Zweimaster, mit deren Hilfe das Königreich in den nördlichsten Gewässern
Ulldarts am schnellsten vorwärts kommt, damit dem südlicher gelegeneren Mitkonkurrenten
Agarsien schwer zu schaffen macht.
Palestan ist nur dem Namen nach noch ein Königreich, die Einwohner
genießen große persönliche Freiheiten. Der König ist nur noch pro forma
eingesetzt, der in Wirklichkeit keine echte Macht mehr hat, sondern repräsentative
Aufgaben bei anderen Königreichen wahrnimmt. Geleitet wird das Reich vom Kaufmannsrat,
ein Gremium bestehend aus ausgesuchten Mitgliedern der ältesten Handelsfamilien,
der die Entscheidungen fällt, denen der König, um ein bisschen den majestätischen
Schein zu wahren, anschließend zustimmt. Noch ereignete es sich, dass der König
sich gegen den Rat stellte. Die großen Seestädte sind die eigentlichen Machtzentren,
das Hinterland wird mit einer gewissen Verachtung betrachtet.
Palestaner sind vor allem bekannt für ihre Zähigkeit bei Verhandlungen.
Im Bluffen, Täuschen und Blenden sind die palestanischen Kaufleute gefürchtete
Meister. Berüchtigt sind die palestanischen Betrüger, Trickdiebe und Falschmünzer,
deren Taten oft von solcher Genialität sind, dass sie nur sehr schwer aufzudecken
sind. Palestaner verstehen sich niemals mit Rogogardern, betrachten Agarsiener
mit Missbilligung und alle Nichthändler mit einer gewissen Herablassung. Protz
und Prunk sind ihre zweiten Nachnamen, die betrachten sich als modische Vorreiter.
Die Sumpfkreaturen im nordwestlichen Teil, deren Kolonie am Meer
liegt, unternehmen Überfälle auf Fischerdörfer oder unvorsichtige Handelsschiffe,
die zu nahe an der Küste entlang fahren. Aufgrund des intensiven Schiffbaus
verfügt das Reich so gut wie nicht mehr über größere Wälder und ist daher auf
den Import von Holz angewiesen.