{"id":1556,"date":"2025-12-24T10:06:20","date_gmt":"2025-12-24T09:06:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mahet.de\/?p=1556"},"modified":"2025-12-24T14:21:48","modified_gmt":"2025-12-24T13:21:48","slug":"weihnachten-und-so","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mahet.de\/?p=1556","title":{"rendered":"Weihnachten und so!"},"content":{"rendered":"<p>Weihnachten, Neujahr, 2026.<\/p>\n<div>Die \u00fcbliche Reihenfolge &#8211; und ich sage an dieser Stelle DANKE an alle Leserinnen und Leser. F\u00fcr\u2019s Lesen und f\u00fcr die Unterst\u00fctzung in 2025, was beides nicht selbstverst\u00e4ndlich ist.<\/div>\n<div>Wir Autorinnen und Autoren rangeln mit den Gegebenheiten des Marktes, bedienen ihn oder absichtlich nicht, manche rangeln dabei noch mit sich selbst, mit Sichtbarkeit, neuerdings mit KI. So viele Faktoren, die sich auf das Schreiben auswirken k\u00f6nnen.<\/div>\n<div>Da tut Zuspruch in jeglicher Form gut, sei es durch Likes, Rezensionen (gute w\u00e4ren gut, h\u00fcstel) oder eben K\u00e4ufe.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Ich f\u00fcr meinen Teil habe den Spa\u00df am Erz\u00e4hlen von Geschichten nicht verloren. W\u00e4re ja noch sch\u00f6ner!<\/div>\n<div>Mein \u201eYEAH\u2026 YEAR OF HORROR\u201c hat in 2025 mit DEATH DNA angefangen und geht schon im Januar mit VERLORENER KURS direkt weiter.<\/div>\n<div>Danach folgen RIPPER\u2019S DAUGHTERS und im Herbst ein weiteres feines d\u00fcsteres Werk. Aus den \u00fcblichen dramaturgischen Gr\u00fcnden verrate ich dazu noch nichts. \ud83d\ude09<\/div>\n<div>Auch Irida bekommt in 2026 zwei B\u00e4nde.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Und ja, ich habe weitere Pl\u00e4ne. \u00dcberraschung! \ud83d\ude00<\/div>\n<div>Mein Projektplan hat sich bis 2027\/28 gef\u00fcllt, und da rollt einiges an: Kinderb\u00fccher, Horror mit einem gewissen Bestatter (Augen auf bei Ripper\u2019s Daughters\u2026) und weitere Storys.<\/div>\n<div>Ich schreibe und ihr lest, wenn ihr wollt.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Nochmals danke f\u00fcr die Unterst\u00fctzung in diesem Jahr und in vielen Jahren davor.<\/div>\n<div>Apropos Spa\u00df am Erz\u00e4hlen! Im Anschluss die &#8230; etwas andere Weihnachtsgeschichte (unredigiert, unlektoriert).<br \/>\nKommt gut r\u00fcber nach 2026, nutzt die Raun\u00e4chte und w\u00fcnscht euch nichts, was ihr nicht wirklich haben wollt\u2026 Muhahaha!<\/div>\n<div>&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/div>\n<div>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Der gro\u00dfe Weihnachtszirkus<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schon beim Betreten des muffigen Zeltes war sich Gina nicht mehr sicher, die richtige Wahl getroffen zu haben.<br \/>\nDabei hatte es im Prospekt sowie Internet sehr gut geklungen und ausgesehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u201eGenie\u00dfen Sie den gro\u00dfen Weihnachtszirkus \u2013 die biblische Geschichte mit Menschen, Tieren, Sensationen! <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Besser als Cirque du Soleil, besser als Flic Flac und besser als das Circus Festival Monte Carlo!<\/em>\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gina hatte sich beim Familienrat sehr daf\u00fcr eingesetzt, die Show zu besuchen, die einmal etwas anderes war und das Beste aus beiden Welten verband: Zirkus und Weihnachtsgeschichte, aber modern dargeboten und nicht mit den elend langweiligen Krippenspielen.<br \/>\n<span style=\"font-size: 1.0625rem;\">Misstrauisch besah Gina sich die morschen vollbesetzten B\u00e4nke, die wie in einem Amphitheater Rang um Rang in die H\u00f6he gingen. Zusammen mit ihren zwei Kids Phoeby und Leon, Gatte Lukas sowie zwei weiteren befreundeten Familien w\u00fcrden sie ganz vorne sitzen. An der Manege.<br \/>\n<\/span>Ansonsten unterschied sich der Weihnachtszirkus nicht von anderen, nur dass alles sehr alt wirkte. Holzpfosten stemmten das fleckige Zeltdach empor, faserige Seile hielten und spannten die Gest\u00e4nge. Der Geruch von feuchten gammeligen S\u00e4gesp\u00e4nen mischte sich mit Schimmel und Popcorn.<br \/>\nZwei Verk\u00e4ufer, die biblisch anmutende Gewandungen und Sandalen trugen, priesen raschelnde T\u00fcten als \u201eManna\u201c an, au\u00dferdem murmelte einer was von Ozelotnasen und Kiesel f\u00fcr die Kleinsten. F\u00fcr eine Steinigung. Beides gab es jedoch nicht zu Ginas Erleichterung im Angebot. Ein Scherz.<br \/>\n\u201eSchnell setzen\u201c, scheuchte sie die Gruppe. \u201eEs geht gleich los.\u201c<br \/>\nIm d\u00fcnner werdenden Scheinwerferlicht stolperten sie zu ihren Sitzen und schafften es gerade noch, vor der Manege Platz zu nehmen.<br \/>\n\u201eUnd es begab sich zu einer Zeit, dass Maria und Joseph nach Bethlehem reisten, um sich z\u00e4hlen zu lassen\u201c, sagte eine Off-Stimme huldvoll.<br \/>\nDer Scheinwerfer zog auf und beleuchtete einen Joseph in einer knallengen wei\u00dfen Spandexunterhose &#8211; und sonst nichts. Maria trug Sportunterw\u00e4sche und einen dicken Bauch unter einem gewickelten Tuch.<br \/>\n\u201eIhre Reise war beschwerlich, denn sie war schwanger\u201c, offte es.<br \/>\nMaria wickelte ihren Bauch aus &#8211; der sich als Ball entpuppte, auf dem JESUS geschrieben stand, und begann mit Joseph zusammen eine moderne Turn- und Balancenummer.<br \/>\n\u201eMich erinnert das irgendwie an Beckenboden\u00fcbungen\u201c, raunte eine Frau hinter ihnen.<br \/>\n\u201eMich an Kamasutra. Aber in falsch\u201c, gab ein Mann leise zur\u00fcck.<br \/>\nGina fand den Anblick von sich windenden, verwickelnden heiligen Figuren verst\u00f6rend. \u201eAlso, denke mehr an Twister\u201c, murmelte sie.<br \/>\n\u201eAber ohne die Farben\u201c, kr\u00e4hte Phoeby.<br \/>\n\u201eSo was \u00e4hnliches haben Mama und Onkel Heribert letzte Woche auch gemacht. Neben dem Weihnachtsbaum\u201c, steuerte ein Kind zwei Reihen dahinter bei. \u201eAber sie haben andere Ger\u00e4usch gemacht. Wie ein Esel und eine Maus.\u201c<br \/>\nLeises Lachen der Umsitzenden kam auf, und jemand zischte hektisch immer \u201epschd, pschd\u201c.<br \/>\nW\u00e4hrenddessen wechselte das B\u00fchnenbild im Hintergrund, und eine Reihe aus schiefen und krummen H\u00e4usern wurde sichtbar.<br \/>\n\u201eSie wollten in einer Herberge \u00fcbernachten. Aber die waren schon voll. Mit den Fl\u00fcchtlingen aus \u2026. Sodom und Gomorra!\u201c, sprach das Off getragen.<br \/>\nJoseph, Maria und Ball-Jesus turnten sich in die Szene \u2013 schlagartig wurde es hell.<br \/>\n\u00dcber den Geb\u00e4uden flammte \u201eBethlehem Tittytwister\u201c auf, und aus den H\u00e4usern eilten Stripperinnen und Stripper, die sofort loslegten und lasziv um das Paar h\u00fcpften. Es h\u00fcpfte wirklich alles. In Hosen und unter Shirts. Sogar der Jesus-Ball.<br \/>\nDazu tauchten S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger auf. Es wurde gestrippt, mit Klamotten um sich geworfen und das glorreiche Jesuskind besungen. Das Lied m\u00e4anderte in einer Mischung aus Gospel, peitschenden Beats und schweren Gitarrenriffs. An zwei Pole-Stangen, die einem Kreuz nicht un\u00e4hnlich waren, schwangen und schleuderten ein leicht bekleideter Herr und eine Dame. Sie hie\u00df Gesmas, er Dismas, laut den Namen auf der Glitzerunterw\u00e4sche.<br \/>\n\u201eAlso, das\u2026 \u00e4h\u2026\u201c, sagte wieder die Frau hinter Gina fassungslos.<br \/>\n\u201eIch hab irgendwo noch 5er. Die kann ich dem Jupp in die Hose stecken. Oder der Rothaarigen da dr\u00fcben. Das ist bestimmt Maria Magdalena!\u201c, murmelte Ginas Mann Lukas vorfreudig. Er pfiff durch die Finger. \u201eKomm mal her, S\u00fcnderin!\u201c, rief er. \u201eIch hab Schl\u00fcppigeld!\u201c<br \/>\n\u201eMama, das ist aber ganz anders wie in der Bibel. Oder \u2026 im Fernsehen\u201c, stellte Leon fest.<br \/>\n\u201eTittytwister. Das sagt mir irgendwas\u201c, \u00fcberlegte ein junger Mann schr\u00e4g neben ihnen laut.<br \/>\n\u201eFrom Dusk til Dawn\u201c, l\u00f6ste dessen Begleiterin auf. \u201eGleich kommen die Weihnachtsvampire.\u201c<br \/>\nWieder lachten die Menschen in H\u00f6rweite.<br \/>\nNach sehr langen zehn Minuten endete der anz\u00fcglich-ausziehende Spuk. Es wurde wieder dunkel um den Bethlehem Tittytwister, und der Scheinwerfer beleuchtete einen sch\u00e4bigen kleinen Stall.<br \/>\n<em>Der verd\u00e4chtig nach einer ausrangierten Bushaltestelle aussieht<\/em>, wie Gina dachte. Ihr kam in den Sinn, dass vor kurzem eine im benachbarten Ort gestohlen worden war.<br \/>\n\u201eDa sie keinen Platz fanden, suchten sie ihr Lager in einem Stall\u201c, kommentierte die Off-Stimme.<br \/>\nBall-Jesus wurde mehrmals aufgeditscht und durch einen Basketballkorb \u00fcber drei\u00dfig Meter in die Krippe gefeuert, w\u00e4hrend Maria aus dem umherliegenden Stroh anfing, Sterne, Fig\u00fcrchen und andere Sachen zu basteln.<br \/>\nJoseph tanzte derweil expressiv um sie herum und benahm sich wie ein irrer Pantomime.<br \/>\n\u201eStell die Frage nicht\u201c, raunte Gina ihrem Mann warnend zu.<br \/>\n\u201eWelche?\u201c gab Lukas grinsend zur\u00fcck. \u201eAch, so: Warum liegt da Stroh in der Ecke?\u201c<br \/>\nDie Stallidylle wurde aus dem Bild geschoben. Stattdessen st\u00fcrmten gef\u00fchlt hundert Schafe bl\u00f6kend die Manege, umschw\u00e4rmt von zwei bellenden H\u00fctehunden und zwanzig Hirten, die immer wieder pfiffen und riefen.<br \/>\n\u201eUnd in der N\u00e4he, da h\u00fcteten die Hirten ihre Herden\u201c, schrie das Off durch das Get\u00f6se.<br \/>\nSofort begann eine Schafdressurnummer, bei der die Tiere sich aufeinanderstapelten, Pyramiden bildeten, durch brennende Reifen sprangen, ohne verpuffend in Flammen aufzugehen, als w\u00e4re Shaun das Schaf real geworden.<br \/>\nEins der Schafe fra\u00df geschickt das Popcorn aus den T\u00fcten der Leute in den ersten Reihen, sodass umgehend neues gekauft werden musste.<br \/>\n\u201eClevere abgerichtete Biester\u201c, murmelte Gina.<br \/>\nEin anderes Schaf steckte seine Wolle absichtlich an einem Reifen in Brand und drehte sich rasend schnell im Kreis, was es zu einer riesigen, flammenden Christbaumkugel werden lie\u00df. Als die Hirten es mit dem Feuerl\u00f6scher abduschten, sah es sehr geschoren aus.<br \/>\n\u201eBoah, das duftet wundervoll\u201c, kommentierte Lukas den ver\u00e4nderten Geruch im Zelt. \u201eMachen wir Lamm dieses Jahr?\u201c<br \/>\nErneut traf glei\u00dfendes Licht von oben auf die Manege. \u00dcber den K\u00f6pfen von Schafen und Menschen schwangen sich drei sehr, sehr korpulente M\u00e4nner mit winzigen Schwingen an langen Leinen vor und zur\u00fcck.<br \/>\n\u201eUnd die Engel des Herrn verk\u00fcndeten ihnen die gro\u00dfe Freude\u201c, lautete die Erkl\u00e4rung aus dem Off.<br \/>\nDie drei Putten entpuppten sich als Trapez-Nummer, wobei man st\u00e4ndig Angst hatte, dass etwas brach oder riss. Doch die dicken Engel waren geschickt und schwitzten dabei malerisch auf die Besucherinnen nieder.<br \/>\n\u201eDas ist schon bisschen eklig\u201c, murmelte Gina und wich den Tropfen aus, so gut es ging.<br \/>\nEine Oma spannte ihren Schirm auf und entriss einem Schaf ihre Handtasche, mit dem das Tier hatte stiften gehen wollen.<br \/>\nQuietschend kam der Bushalteh\u00e4uschen-Stall zur\u00fcck ins Bild geeiert, die Schafe eilten bl\u00f6kend und m\u00e4h\u00e4h\u00e4hend um ihn herum.<br \/>\n\u201eDa erschienen drei Weise aus dem Morgenland, und sie brachten Gold, Myrrhe und Weihrauch\u201c, erkl\u00e4rte der Erz\u00e4hler.<br \/>\nAuf Kamelen hopsten drei junge Frauen in bunten Klamotten, die orientalisch-billig aus dem Kost\u00fcmversand anmuteten, gegen den Lauftakt der Tiere in die Manege. Dabei jonglierten sie zuerst mit den Gaben, wobei die H\u00e4lfte zu Boden fiel, und sprachen dann nacheinander:<br \/>\n\u201eLook at me, I\u2019m Casper.\u201c<br \/>\n\u201eLook at me, I\u2019m Melchior!\u201c<br \/>\n\u201eLook at me, I\u2019m Balthasar\u201c<br \/>\n\u2013 im Chor: \u201eAnd we are: the three magicians from Las Vegas!\u201c<br \/>\nIn der n\u00e4chsten Sekunde begann eine mitleidserregende Zaubershow, die sich von Sekunde zu Sekunde zum Fremdsch\u00e4men steigerte, bis alle Schafe, die Hunde und die Hirten pseudomagisch hinfortmagisiert waren. Hinter der B\u00fchne bl\u00f6kten die Tiere allerdings weiter.<br \/>\nGina war l\u00e4ngst der festen \u00dcberzeugung, die d\u00fcmmste Idee ihres Lebens gehabt zu haben.<br \/>\nDie Weihnachtsgeschichte blieb f\u00fcr alle Zeiten mit Stripperinnen und schlechten Eindr\u00fccken verbunden. Behutsam dachte sie bereits \u00fcber einen Religionswechsel nach, um dem christlichen Weihnachten zu entkommen. Irgendwas feiern, was nicht f\u00fcr immer verdorben war.<br \/>\nKurz bevor the three magicians from Las Vegas den Jesus-Ball wegzauberten, erklang eine Fanfare, gefolgt von der klassischen Zirkusmelodie: D\u00fcp d\u00fcp d\u00fcdeld\u00fcdel d\u00fcp d\u00fcp d\u00fc\u00fc\u00fc\u00fc\u00fcd\u00fcp.<br \/>\n\u201eDa waren auch Ochs und Esel in dem Stall\u201c, schaltete sich die Stimme wieder ein.<br \/>\nZwei Clowns, verkleidet als Ochse und Esel, st\u00fcrmten herein und machten sinnlose Gags zu Autohup-Ger\u00e4uschen. Sie zogen M\u00fcnzen aus den Nasen der Kids in der ersten Reihe, manchmal auch nur mega fette Popel, und einem Kind rissen sie fast da Ohr ab bei dem Versuch, einen Blumenstrau\u00df daraus erscheinen zu lassen.<br \/>\nAls ein Clown zu ihnen kam, hob Gina nur warnend die Faust und mit der anderen Hand die leere Glassprudelflasche. Sofort drehte der Spa\u00dfmacher ab und hupte dabei erbost.<br \/>\nDas Spektakel n\u00e4herte sich dem H\u00f6hepunkt.<br \/>\nAlle in der Manege knieten nieder. Sogar die Schafe -das angekokelte erschien im Bademantel- und Hirten plus Hunde kehrten zur\u00fcck. Die schwitzenden Putten schwangen herum wie w\u00e4ssernde Pendel.<br \/>\nGina fragte sich, ob es nur Schwei\u00df oder vielleicht auch Pippi sein konnte. Niemand w\u00fcrde zun\u00e4chst den Unterschied bemerken, was da aus der Tunika tropfte.<br \/>\n\u201eUnd \u00fcber der Krippe stand der Stern!\u201c, sprach das Off.<br \/>\nEin gigantischer Stern leuchtete in der Kuppel auf<br \/>\nAlle machten aaaah und ooooh. Und sogar Gina konnte sich nicht gegen einstellende Besinnlichkeit wehren, trotz des abstrusen Anblicks vor ihnen in der Manege.<br \/>\nMit einem <em>Poing<\/em>&#8211;<em>pling<\/em> riss das Seil, und das Konstrukt fegte gleich einer titanischen gezackten Abrissbirne einmal durch das B\u00fchnenbild.<br \/>\n\u201eRunter!\u201c Gina dr\u00fcckte die K\u00f6pfe ihrer Liebsten abw\u00e4rts.<br \/>\nSurrend schoss der Stern knapp \u00fcber sie hinweg und spie\u00dfte drei Leute hinter ihnen auf, um weiter zu schwingen und Tod und Verderben zu bringen.<br \/>\nDa brach das Zelt zusammen, und das heilige Pendel des weihnachtlichen Todes schepperte zu Boden.<br \/>\nDie Besucherinnen und Besucher krochen unter der stinkigen Plane hervor wie Ameisen unter Plastikfolie heraus. Auch Gina und ihrer Familie gelang das Entkommen.<br \/>\n\u201eEy, geilo! Schaut mal! Ich hab Jesus!\u201c Ausgelassen dribbelte und ditschte Leon mit dem Ball und warf ihn seiner Schwester Phoeby gegen den Kopf, immer begleitet mit den Worten. \u201eJesus hasst dich! Jesus hasst dich!\u201c<br \/>\n\u201eH\u00f6r auf damit, Leon.\u201c Gina half anderen aus dem Wust heraus und betrachtete das eingest\u00fcrzte Zelt, aus dem auch die verzweifelten Artistinnen und Artisten krabbelten. Heulend lagen sie sich in den Armen, betrachteten das Ungl\u00fcck, die Clowns hupten ungl\u00fccklich, und verzweifelten wegen des Fiaskos und finanziellen Ruins. Weihnachten war f\u00fcr sie im Arsch.<br \/>\nGina \u00fcberlegte, ob sie die Leute kurzerhand einladen sollte.<br \/>\nN\u00e4chstenliebe.<br \/>\nFremde Menschen bei sich aufnehmen, wie die Bibel es empfahl. Eine gro\u00dfe Familie und Unbekannte zu Freunden machen.<br \/>\nDann dachte sie an ihren Mann und seine gl\u00e4nzenden Augen bei den Szenen mit dem Bethlehem Tittytwister.<br \/>\nNein, die kamen ihr doch nicht ins Haus.<br \/>\n\u201eWir k\u00fcmmern uns gut um Jesus\u201c, rief Gina der aufgel\u00f6sten Truppe zu und winkte zum Abschied. \u201eEr wird ein guter Junge.\u201c<br \/>\nUnd das stimmte.<br \/>\nBall-Jesus wurde viele Jahre alt und landete stets zu Weihnachten in der Familienkrippe, auch wenn Gatte Lukas betonte, ohne den Bethlehem Tittytwister sei es nicht das Gleiche. Oder die Rothaarige.<br \/>\nUnd dann fragte er Gina: \u201eWarum liegt denn da kein Stroh in der Ecke?\u201c<br \/>\nUnd Gina antwortete: \u201eBescher dich selbst.\u201c<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weihnachten, Neujahr, 2026. Die \u00fcbliche Reihenfolge &#8211; und ich sage an dieser Stelle DANKE an alle Leserinnen und Leser. F\u00fcr\u2019s Lesen und f\u00fcr die Unterst\u00fctzung in 2025, was beides nicht selbstverst\u00e4ndlich ist. Wir Autorinnen und Autoren rangeln mit den Gegebenheiten des Marktes, bedienen ihn oder absichtlich nicht, manche rangeln dabei<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.mahet.de%2F%3Fp%3D1556\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fwww.mahet.de%2F%3Fp%3D1556&text=Weihnachten%20und%20so%21\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#000; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\"><path fill=\"#000\" d=\"M14.258 10.152L23.176 0h-2.113l-7.747 8.813L7.133 0H0l9.352 13.328L0 23.973h2.113l8.176-9.309 6.531 9.309h7.133zm-2.895 3.293l-.949-1.328L2.875 1.56h3.246l6.086 8.523.945 1.328 7.91 11.078h-3.246zm0 0\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"author":2,"featured_media":1557,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1556","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mahet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1556","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mahet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mahet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mahet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mahet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1556"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.mahet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1556\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1559,"href":"https:\/\/www.mahet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1556\/revisions\/1559"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mahet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1557"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mahet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1556"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mahet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1556"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mahet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1556"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}